WaldResort – Am Nationalpark Hainich GmbH
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ShinrinYoku - wissenschaftlich erklärt

ShinrinYoku wird im englischsprachigen Raum gern mit „forest bathing“ oder im Deutschen mit „Waldbaden“ übersetzt. Um falschen Assoziationen vorzubeugen, sollte besser vom „Eintauchen in die Waldatmosphäre“ oder von der „Aufnahme der Waldatmosphäre“ gesprochen werden.

In Japan wird ShinrinYoku seit 1982 von staatlichen Behörden gefördert, von Universitäten erforscht und von Kliniken in die Behandlung ihrer Patienten eingebunden.

Was verbirgt sich wissenschaftlich hinter dieser Tradition?

In den vergangenen Jahren wurden besonders in Japan zahlreiche wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Naturerfahrungen auf den menschlichen Organismus durchgeführt. Ausgehend von bis dahin nur empirisch belegten, positiven Wirkungen der japanischen Tradition des „ShinrinYoku“ (Forest bathing), wurde in mehr als 50 international veröffentlichten Studien die stressreduzierende Wirkung von Naturaufenthalten nachgewiesen.

Hierbei wurden physiologische Parameter wie Stresshormonlevel, Herzschlagvariabilitäten, Blutdruckwerte, Anzahl und Aktivität von Immunzellen sowie Aktivitäten des zentralen und peripheren Nervensystems zur objektiven Beurteilung der stressreduzierenden Wirkung herangezogen.

Vor etwa 6 bis 7 Millionen Jahren traten die ersten aufrecht gehenden Vorfahren des Menschen auf. Definiert man den Beginn der Industrialisierung als Zeitpunkt, ab dem Menschen überwiegend in durch Urbanisierung geprägten Lebensräumen existierten, verbrachten unsere Vorfahren weniger als 0,01 % ihrer kollektiven Lebenszeit in moderner Umgebung und mehr als 99,99 % in naturnahen Habitaten.

Die Physiologie des menschlichen Organismus ist in einem besonderen Maße an die Natur angepasst, während Umstände des hochgradig urbanisierten Lebensraumes (u.a. Bevölkerungsdichte, Lärm, Verkehr, Luftverschmutzung) als wesentliche Stressfaktoren angesehen werden. Dieser, durch Urbanisierung („Verstädterung“) verursachte Spannungszustand („stress state“) kann sich nachhaltig negativ auf die Gesundheit des Menschen auswirken.

Wissenschaftlich belegt ist ein therapeutischer Nutzen von ShinrinYoku insbesondere für die postoperative Patientenbetreuung (reduzierte Genesungszeit, weniger postoperative Komplikationen, weniger Schmerzmittel), die Behandlung psychischer Erkrankungen (z.B. Depressionen und ADHS), in der Prävention und Behandlung eines Diabetes mellitus Typ 2 (Blutzucker-senkende Wirkung) sowie als Bestandteil der Nachsorge bei Krebserkrankungen.

 

Die nachweislich positive Wirkung des Waldes auf das Wohlbefinden und die Gesundheit von Menschen beruht nach heutigem Stand der Forschung vor allem auf der Aufnahme von Pflanzenduftstoffen (vor allem aus der chemischen Gruppe der Terpene) über die Lunge und der visuellen Wahrnehmung des Naturerlebnisses. Letzteres führt zu einem Absenken der Stresshormonlevel mit allen gesundheitsförderlichen Konsequenzen.

Hingegen ist bisher nicht klar, über welchen Wirkungsmechanismus die Pflanzenduftstoffe auf unseren Organismus wirken. Hier wurden bisher lediglich Resultate, wie z.B. die Aktivierung unseres Immunsystems (z.B. Anstieg der Anzahl und Aktivität der natürlichen Killerzellen) dokumentiert.